Praxis freiRaum von Katja Dikushina mit Leuchtturm und Licht

Meine freiRaum-Aufgaben. Oder: Wer kommt in den freiRaum Teil 2

 

Inhaltsverzeichnis

 

Das ist die Fortsetzung des Artikels "Wer kommt in den freiRaum?". Diesmal geht es aber um meinen Part und wie ich mich bei der Arbeit sehe. Ich komme ja schließlich auch zur Arbeit in den freiRaum. ;-)

Seit 9 Monaten (Mai 2020-Februar 2021) betreibe ich meine Praxis freiRaum hauptberuflich. Es ist spannend für mich zu beobachten, wer mein Angebot interessant findet und wer zu mir kommt. Auch meine eigene Entwicklung habe ich im Blick. Heute möchte ich meine verschiedenen Aufgaben und Funktionen beschreiben.

In einer Sitzung habe ich vielfältige Rollen und Aufgaben. Das sind mittlerweile fast so viele, wie ich verschiedenfarbige Bleistifte auf meinem Arbeitstisch habe. Die Aufgaben und Rollen lassen sich in zwei große Gruppen aufteilen. Wenn ich eine Rolle aus der ersten Gruppe übernehme, befinde ich mich außerhalb des psychischen Systems des Klienten. Ich bin ich in einer bestimmten Funktion, z. B. die Gastgeberin und die Prozessleiterin, der Coach, die Psychologin, die Therapeutin. Bei der zweiten Gruppe von Aufgaben verlasse ich diese äußere Funktion und begebe mich direkt in das System des Klienten. Ich bin nicht mehr ich, sondern repräsentiere einen Teil der Klienten-Psyche und sogar die kollektive Psyche oder das Universum. Dann bin ich ein Spiegel oder ein Medium. Zwei Rollen befinden sich dazwischen und werden in ganz bestimmten Momenten aktiv: Das sind die Heilerin und die Transformatorin.

Schauen wir uns aber zuerst die Rollen und Aufgaben aus der ersten Gruppe an: 

Gastgeberin und Prozessleiterin – die Basis

Gastgeber zu sein – auf den ersten Blick ist es eine banale, aber in Wirklichkeit eine sehr wichtige Rolle. Es geht ums Wohlfühlen, Sich-willkommen-Fühlen, dass auf einen eingegangen wird. Tee oder Kaffee? Ein bisschen Small-Talk oder gleich ans Eingemachte? Etwas Nervennahrung während der Sitzung oder lieber nichts? Oder ein Apfel mit auf den Heimweg? Meine Klienten sind auch meine Gäste und es ist mir wichtig, dass sie sich wohlfühlen.Die Atmosphäre ist ungezwungen. Der freiRaum sieht einem Wohnzimmer nicht unähnlich. Es gibt einen Holzesstisch, ein Sofa und viel Platz. Und gleichzeitig ist es ein professioneller Raum für tiefe Prozesse. Man könnte meinen, das würde nicht zusammenpassen. Ich finde, das Gegenteil stimmt! Zumal die Gastgeberrolle eng mit meiner Hauptaufgabe verknüpft ist, Prozesse zu leiten, unabhängig davon, ob sie "nur" auf der Beratungsebene oder vielleicht schon therapeutisch oder sogar transformatorisch stattfinden. Die Prozessleiterrolle ist immer da, wenn auch meistens im Hintergrund. Sie ist mir so vertraut, dass sie praktisch von alleine läuft. Sollte etwas meiner besonderen Aufmerksamkeit in der Prozessleiterfunktion bedürfen, leuchtet innerlich ein Lämpchen auf und ich bekomme die wichtige Information mitgeteilt. Das ist sehr praktisch, da mich die Prozessleiterrolle praktisch keine Kraft kostet. Ich kann mich voll und ganz auf sie verlassen. Das ist wahrscheinlich eine Mischung von Talent, Erfahrung und Vertrauen.

Psychoedukation betreiben

Psychoedukation bedeutet, dass ich meinen Klienten psychotherapeutische oder psychologische Zusammenhänge erkläre. Das ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Und auch ein klassischer – man findet ihn in jeder Praxis. Hier kommen mir die Lehrerfahrungen von über 10 Jahren zugute, das viele Lesen und natürlich auch meine eigene Supervisions- und Ausbildungserfahrung. Begriffe erklären, erklären, was in Prozessen vor sich geht – das gibt Orientierung und Sicherheit und auch "Futter" für den Intellekt, der dann besser einschätzen kann, was vor sich geht, und bestenfalls etwas Kontrolle aufgibt und langfristig gesehen Prozesse zulässt, die sich dem kognitiven Verstehen entziehen. Manchmal gibt es längere Psychoedukations-Blöcke. Manchmal nur kleine Hinweise. Manchmal fragen die Klienten direkt und bitten mich um eine Erklärung.

Coaching – reflektieren, Skizzen erstellen, von der Meta-Ebene her schauen

Das ist eine klassische Berater- und Coach-Rolle. Ich höre zu, bestätige oder bringe neue Aspekte ins Spiel, wir reflektieren. Ich erstelle Skizzen, suche nach Gemeinsamkeiten, Verbindungen und Unterschieden in Ihren Themen. Wir schauen von der Meta-Ebene her auf Ihr Leben und Ihre Themen. Ich nutze diese Rolle gern im ersten Teil der Sitzung. Der darauffolgende psychotherapeutische und ggf. transformatorische Prozess wird auf diese Weise vorbereitet oder setzt bereits von alleine ein. Einige Klienten wollen am Anfang nur ein Coaching / nur eine Beratung. Das ist auch in Ordnung.

Beim Coaching gibt es eine Unter-Rolle. Es ist die des Sparring-Partners: Es ist nicht mein Job, zu allem Ja und Amen zu sagen. Es ist mein Job, ab und zu in die Opposition zu gehen, z. B. wenn jemand eine Sitzung aus seinen Schutzanteilen heraus fortsetzen will. Man könnte meinen: Was ist denn mein Problem damit? Das wäre doch ein gutes Geschäft. Einfach zuhören, es ändert sich nichts, und der Mensch kommt dann immer wieder. Aber so ticke ich nicht und ich finde es auch unglaublich anstrengend und auch nicht integer. Das heißt, dass ich in solchen Momenten unterbreche und darauf hinweise, dass es nichts bringt, wie es gerade läuft, z. B. indem man über noch dieses und jenes redet. Je nach Gefühl, greife ich etwas sanfter oder etwas konfrontativer ein. Andere Begleiter entscheiden sich an dieser Stelle für die Rolle des Ich-höre-mir-alles-an-Zuhörers. Das ist nicht mein Weg, auch wenn ich intensiv und lange zuhören kann. Man muss aber wissen, ab wann es kontraproduktiv wird und entsprechend auch eingreifen können. Ich fühle mich verpflichtet, meine Klienten auch über solche Fallen aufzuklären und da einzugreifen.

Psychotherapeutisch vorgehen

Psychotherapeut – das ist die klassische Rolle in einer psychotherapeutischen Praxis. Ich muss in dieser Rolle erkennen können, aus welchen Anteilen heraus (Die Erklärung der Anteile finden Sie in diesem Artikel: Transformation, Psychotherapie, Beratung und Supervision – das ist mein Angebot. Aber was bedeuten diese Begriffe?) der Klient gerade handelt: Handelt der Klient aus seinen gesunden Anteilen heraus und arbeitet also auf eine Klärung hin? Oder passiert gerade das Gegenteil? Ist also ein Schutz aktiv? Oder spüre ich irgendwo im Hintergrund ein Trauma oder etwas Abgespaltenes? Man kann lernen, das vom Kopf her einzuschätzen, man wird aber immer wieder hereinfallen, weil alles, wirklich alles, einen Schutz darstellen kann! Eine zuverlässige Unterscheidung bietet im Endeffekt nur das Körpergefühl. Reden kann man z. B. aus den gesunden Anteilen heraus oder aber als Ablenkung, aus dem Schutz heraus. Der Energieflow in meinem Körper (oder eben seine Unterbindung beim schutzhaften Reden) liefert mir sichere Hinweise, worum es sich handelt. Auch muss ich als Psychotherapeutin wissen, wie ich mit dem Schutz arbeite. Da darf auch kein Ego mit hineinspielen, z. B. den Schutz knacken zu wollen. Das wäre kontraproduktiv und in seltenen Fällen sogar gefährlich. Oder man könnte aus den eignen Schutzanteilen heraus den Schutz des Klienten aufrechterhalten wollen. In diesem Fall bedarf es einer Supervision und ggf. einer therapeutischen Intervention für den Begleiter.

Der Schutz will – wie jeder von uns auch – gehört und anerkannt werden. Im Laufe der Klärung wird man mit ihm anders zusammenarbeiten können. Er kann sich sogar in eine Ressource verwandeln, die bei der Klärung hilft. Das ist dann das Gegenteil von seiner ursprünglichen Aufgabe!

Psychotherapeutisch aktiv werde ich auch in allen Fällen, in denen es um Traumata, unabhängig davon ob es um frühe vorsprachliche Traumata oder spätere Bindungs- oder Gewalttraumata, geht. Es geht auch hier um die Zuordnung der Anteile: gesund, Schutz oder Trauma? Zum Klienten gehörend oder fremd? Und natürlich auch um die Lösungswege. Meistens werden die Lösungswege von alleine sichtbar. An einigen Stellen braucht es aber psychotherapeutisches Know-how oder einige Hilfsmittel.


So, jetzt geht es um die Rollen, für die ich mein Ich (fast) komplett verlasse:

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Als Spiegel verlasse ich alle anderen Begleiter-Rollen (auch wenn ein Teil von mir immer in der übergeordneten Prozessleiter-Rolle bleibt) und begebe mich in das System des Klienten. Es ist ähnlich wie im Aufstellungsformat, wenn man jemanden aus der Gruppe bittet, einen Anteil der eigenen Psyche oder einen Beziehungspartner zu repräsentieren. Aus der Prozessleitung heraus fordere ich also den Klienten auf, Anteile seiner Psyche oder seines Themas auf dem Boden auszulegen. Wenn der Klient bereit ist, spiegele ich ihm, was in einem Anteil als Information gespeichert bzw. zugänglich ist. Die Spiegelfunktion hat eine ganz andere Wirkung als das klassische psychotherapeutische Gespräch, in dem der Therapeut als eine andere Person vertreten ist. Die Spiegelung löst einiges an Schutz auf. Wenn man das Gespeicherte als körperlichen, emotionalen und verbalen Ausdruck sieht, ist die Wirkung meist sofort da. Die Auseinandersetzung mit der Spiegelung bewirkt bereits eine Veränderung und eröffnet meistens neue Möglichkeiten. Nach einer Spiegel-Einheit wechsle ich zurück in die Therapeuten-Rolle und begleite den Klienten bei der Auseinandersetzung – so, wie es situationsangemessen ist. Vielleicht fühlt er sich gerade sehr gut gespiegelt und (zum ersten Mal im Leben) wirklich gesehen. Dann braucht es einfach nur Zuhören und Anwesenheit. Vielleicht melden sich seine Schutzanteile und er bekommt Angst oder fühlt sich hin- und hergerissen. Dann müssen die Schutzanteile angehört und – bei starkem Schutz – extra repräsentiert und gespiegelt werden. Und so geht es immer weiter, bis der Prozess in eine (Zwischen-)Lösung mündet. Den Wechsel zwischen der Therapeuten- und der Spiegel-Rolle bekommen meine Klienten übrigens schnell mit. Zum Einen erkläre ich das, bevor wir beginnen (Psychoedukation!). Zum Anderen ändert sich die Anrede. In der Therapeutenrolle sieze ich meine Klienten. In der Spiegelung benutze ich natürlicherweise das Du (Ich kenne keinen Menschen, der sich selbst siezen würde ;-) ). Genauso machen das meine Klienten auch. Wenn Sie mich als Therapeutin ansprechen, benutzen sie das Sie. Wenn Sie mich als Spiegel ansprechen, also praktisch mit sich selbst mit meiner Hilfe reden oder z. B. mit ihrem Beziehungspartner, ihrem Kind oder einem Kollegen, dann benutzen sie das Du bzw. die dem Beziehungspartner angemessene Anrede. Die Anrede ist ein ganz praktisches Werkzeug, das meinen Rollen-Wechsel markiert.

Übrigens kann jeder Mensch ein Spiegel sein. Jeder von uns hat diese Fähigkeit. Jeder von uns kann einen Teil der fremden Psyche repräsentieren und diesen Teil ausdrücken. Natürlich wird der Ausdruck individuell gefärbt sein, aber die Essenz bleibt erhalten. Menschen, die das nicht kennen, denken, es wäre ein Rollenspiel. Das trifft nicht zu. Die Körperhaltung, die Emotionen, die Worte und alle anderen Impulse, z. B. die Blickrichtung oder die Bewegung, – all das stellt sich von alleine ein.

Zurück zur Sitzung: Der Klient hat also die Möglichkeit, sich von mir das Wesentliche aus seinem Thema spiegeln zu lassen und anschließend selbst in die direkte Bearbeitung einzusteigen. Die Anteile liegen wie eine Landkarte im Raum. Die direkte Spiegelung ermöglicht einen direkten Zugriff auf das Thema, das beim Reden, Reflektieren usw. so meist nicht möglich ist oder viel länger dauert.

Ich kann mir meine therapeutische Arbeit ohne die Spiegel-Funktion gar nicht vorstellen. Manche Klienten machen sich Sorgen, dass es für mich zu kraftraubend oder manchmal zu schmerzhaft wäre, der Spiegel zu sein. Sie wollen mich dann schonen und muten sich mir nicht komplett zu. Ich greife dann aufklärend ein: Mich kostet es praktisch keine extra Kraft ein Spiegel zu sein. Wenn ich Kontakt mit Schmerz, Verspannungen, unangenehmen Gefühlen usw. komme, dann spüre ich sie zwar direkt und deutlich, aber nicht so, als wenn es meine wären. Es fühlt sich mehr wie ein Abdruck ab und nicht als Eigenes. Und selbst Tränen und andere Schmerzäußerungen machen mir in dem Fall nichts oder nicht viel aus. Die Spiegelung ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit und die gesamte Ausdruckspalette an Körperempfindungen und Emotionen gehört dazu. Das psychotherapeutische Bearbeiten der Traumata, das Zurückholen der verdrängten und abgespaltenen Anteile, auch über die Spiegel-Rolle, ermöglicht ein besseres Identitäts- und Körpergefühl beim Klienten, das wiederum den Zugang zur spirituellen Ebene eröffnet. Was dort gespeichert ist, kann ich ebenfalls spiegeln, allerdings brauche ich dafür meine Funktion als Medium. Und ich werde als Heilerin und Transformatorin aktiv. Sie merken: Manchmal laufen viele verschiedene Rollen und Aufgaben einfach parallel!

Medium

Ein Medium ist dem Spiegel ähnlich. Dadurch, dass ein Medium gut mit den universellen Aspekten (Leben, Tod, Licht, Wertschätzung, Liebe, Rhythmus, Integrität usw.) verbunden ist – ich habe einen direkten kosmischen Anschluss, der anscheinend eine Grundausstattung von mir ist –, kann es Informationen übermitteln, die ein Spiegel nicht übermittelt kann. So habe ich am Ende eines Prozesses bereits vielfältige Medium-Aufgaben erfüllt. Als Licht habe ich Segen gesprochen. Als Liebe universelle Liebe gespendet. Als Tod über den Ablauf des Lebens und des Sterbens aufgeklärt. Oder auch andere wichtige Informationen übermittelt, z. B. die Lebensaufgaben. Einige Informationen sind für alle Menschen gleich und stammen aus den universellen Aspekten. Das ist etwas, was jeder für sein Leben beherzigen sollte. Andere Informationen, und besonders die Segen, sind nur für bestimmte Menschen, je nach ihrer Begabung, ihrer Lebenserfahrung, dem aktuellen Stand usw., bestimmt. So bekommen Menschen mit Heilfähigkeiten an bestimmten Punkten einen Licht-Segen, wenn sie einiges an ihrer Psyche bereinigt haben und sich vor dem Licht zu ihren Fähigkeiten bekennen. Das erfolgt rituell und ist immer äußerst ergreifend und berührend. Das Ritual läuft automatisch ab. Wer das noch nicht erlebt hat, kann sich das gar nicht vorstellen oder findet es vielleicht sogar spooky. Für den betroffenen Menschen ergibt es aber absolut Sinn, bringt Erleichterung und Klarheit, aber auch neue Herausforderungen und Aufgaben mit sich. 

Heilerin und Transformatorin

Die Heilerin verbindet die Psyche und den Körper mit den übergeordneten Lebensaspekten, z. B. der Lebensfreude, der Wertschätzung, der Dankbarkeit und v. a. der Wahrheit. Heilung setzt immer da ein, wo eine bislang nicht bewusst ausgesprochene Wahrheit in vollem Bewusstsein und in voller Annahme ausgesprochen wird. Spürbar wird es durch eine angenehme Gänsehaut bzw. ein angenehmes kribbeliges Gefühl, das sich über einige Körperteile oder auch über den gesamten Körper ausbreitet. Die psychischen Wunden werden geheilt. Auch der Körper bekommt eine Chance, sich zu erholen, weil Verspannungen und Ungleichgewichte sich lösen. Die Heilung (erscheint häufig in Rosa, z. B. als rosa Stein) eröffnet also auch die Möglichkeit, eine körperliche Besserung oder manchmal sogar Heilung zu erfahren. Das braucht aber 1) seine Zeit und 2) kann nur dann stattfinden, wenn der Körper noch keinen irreparablen Schaden genommen hat. Die Heilerin ist immer aktiv, meist im Hintergrund, manchmal sogar schon im Gespräch am Anfang der Sitzung, wenn Wesentliches zur Sprache kommt. Sie rückt in den Vordergrund und verstärkt sich durch die Rolle des Mediums, wenn der Prozess weit fortgeschritten ist und eine größere Heilungswelle kommt. 

Die Transformation (erscheint häufig in Grün, z. B als grüner Stein) geht noch eine Ecke tiefer als die Heilung, verstärkt diese und setzt ein bewusstes Ja zur Transformation voraus und ggf. eine bewusste Verbindung zu universellen Aspekten des Lebens, wie z. B. das Licht, das Universum, der Tod und das Nichts, der Rhythmus, die Würde / die Wertschätzung, die bedingungslose Liebe usw. Die Transformation (Mehr dazu erfahren Sie im Artikel "Mut zur Transformation") setzt voraus, dass man bereit ist, sein Ich, also seine jetzige Psyche und sein jetziges Selbstbild, zugunsten von etwas Neuem aufzugeben. Viele Menschen haben Angst davor. Sie haben Angst, dass sie dann ihr Gefühl für sich selbst verlieren und dann nicht mehr wissen, wer sie sind. Oder dass es kein Zurück mehr gibt (Das stimmt!) und dass danach alles nur noch schlimmer wird. Die Wahrheit ist: Wer eine transformatorische Erfahrung gemacht hat, wird sich kein Zurück mehr vorstellen können! Auch die Transformation ist immer hintergründig da, denn freiRaum ist ein Raum für Transformationen!

Innere Heil- und Transformationskräfte hat jeder von uns! Ich habe gleichzeitig die Fähigkeit, sie anzuregen und bei Bedarf den Zugang zu ihnen freizulegen und sie dann zu verstärken. Dadurch lässt sich ein Energiefeld aufbauen, das heilt und / oder transformiert. Wenn der Klient seinen Schutz aufgibt, kann dieses Feld seine Wirkung entfalten. Das ist meist am Ende eines Prozesses möglich. Manche machen es im Stehen, andere setzen sich auf den Boden. Wiederum andere haben das Bedürfnis sich hinzulegen und sich vollkommen zu entspannen. Ich arbeite dann rein intuitiv und baue das Feld weiter auf bzw. weise darauf hin, wenn es wieder schwächer wird und eine Blockade sich meldet.

Da meine Transformatoren-Rolle besonders wichtig ist und mein Kerngeschäft darstellt, habe ich das Wort "Transformation" vor Kurzem in die Praxisbezeichnung aufgenommen. Wichtig ist: Ich zwinge niemanden in die Transformation. Das würde auch nicht funktionieren. Da, wo sich die Möglichkeit zur Transformation öffnet, kläre ich darüber auf. Sie als Klient entscheiden, ob Sie sich darauf einlassen wollen oder nicht. Sie treffen die Entscheidungen. Das ist ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit. 

Außerhalb des freiRaums

Außerhalb des freiRaums habe ich vielfältige Aufgaben, z. B. die der Sekretärin, die Termine vereinbart. Aber auch da ist die Prozessbegleiterin schon am Mitschwingen. Oder die der Autorin, die Artikel verfasst – da ist natürlich auch wiederum viel Psychoedukation dabei, aber auch Coaching-Elemente, z. B. durch die Reflexionsfragen am Ende eines Artikels.

Fazit

Ich mag alle meine Rollen und Aufgaben und freue mich über jede weitere Entwicklung. Das Herzstück stellt die Transformatorenrolle zusammen mit der Prozessleitung dar. Getreu dem Motto: Wenn schon, denn schon!  

 

Fragen zum Nachforschen und Ergründen

  • Habe ich schon einmal eine Begleitung, z. B. einen Coach oder einen Therapeuten, in Anspruch genommen? Welche Rollen hat meine Begleitung ausgefüllt?
  • Wenn ich jetzt eine Begleitung brauche / suche: Welche Rollen / Aufgaben soll sie übernehmen? Soll sie mich nur coachen, mich beraten und mit mir die Zusammenhänge vom Kognitiven her erarbeiten? Oder bin ich schon für mehr bereit, z. B. für das psychotherapeutische Vorgehen oder auch für die Spiegel-Rolle? Oder sehne ich mich gar nach einer transformatorischen Erfahrung, die ggf. auch Heilung mit sich bringt? Oder bin ich mir diesbezüglich unsicher oder gespalten?
  • Falls ich selbst andere Menschen begleite: Welche Aufgaben und Rollen habe ich? Welche übernehme ich gern? Welche nicht so gern? In welchen bin ich besonders gut? Wo gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten?

 

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