Supervision für Profis

 

Supervision für Profis? Das klingt doppelt gemoppelt. Supervision ist ja per se etwas für Profis. Wie bin ich auf diese Bezeichnung gekommen?

Die meisten Menschen, die in den freiRaum kommen, sind selbst Profis im psychosozialen Bereich. Sie sind Erzieher (Ich habe früher Erzieher ausgebildet), Lehrer, Psychologen, Psychotherapeuten. Für sie habe ich ein besonderes Angebot, das übrigens auch mein Einstieg in die Erforschung meiner inneren Welt war.

Vor 6 Jahren (2014) fing ich an in Erzieherausbildungen und – umschulungen zu arbeiten. Problemlos bekam ich die Zulassung für die Fächer Kommunikation und Gesellschaft entsprechend meinen Studienfächern Germanistik und Kulturwissenschaft und legte los. Schnell stellte ich fest, dass Kommunikation viel mehr mit Psychologie als mit Germanistik zu tun hatte und so kam ich in Kontakt mit psychologischer und psychotherapeutischer Literatur. Eine neue Welt öffnete sich mir. Eine neue und eine alte zugleich. Das, was ich in diesen Büchern las – die meisten stammten aus der humanistischen Psychologie, sprach mir aus der Seele. Ich wusste davor nicht, dass es für das, was ich schon seit meiner Kindheit wahrnahm, Worte und Begriffe gab. Ich dachte, ich wäre ganz alleine damit gewesen. Teils hatte ich es dann nicht weiterverfolgt, teils hatte ich im Studium der Kulturwissenschaft gehofft Antworten darauf zu finden, was im Endeffekt nur halb befriedigend war.

Ein halbes Jahr später stellte ich fest, dass auch ich einen verborgenen Konflikt in mir hatte, einen verborgenen Selbstverrat (s. Arno Gruen „Der Verrat am Selbst“), an den ich nicht selbst herankam, egal wie oft und auf welche Art ich es versuchte. Erkennen konnte ich es an meiner Reaktion auf einige wenige Schüler. Damals unterrichtete ich ca. 100 erwachsene Schüler, verteilt auf 4 Klassen. Auf 2 oder 3 von ihnen zeigte ich eine sehr starke emotionale Reaktion, wenn sie nach dem Unterricht zu mir kamen und nach etwas fragten. Gefühlt war ich bereit sie mit einer Kanone auf den Mond zu schießen und ich konnte in diesen Momenten nichts dagegen tun. Ich wandte mich diesbezüglich an die Schulleitung und bekam Supervisionsstunden.

Nun ging es darum, die für mich passende Begleitung zu finden: Empfehlungen, Google-Recherche... 4 Personen kamen in Frage. Ich entschied mich für jemanden, der 1) auf Lehrer spezialisiert war 2) analytisch TOP war und 3) auch in die tiefen Schichten begleitete. Tatsächlich hätte mich die rein kognitive Herangehensweise an mein Supervisionsthema nicht glücklich gemacht, die vom Kopf her das Berufliche und das Private auseinanderdividiert und dann die Ursachen, die Strategien usw. abgeleitet hätte. Die Stärke und die Unkontrollierbarkeit meiner Reaktion deutete darauf hin, dass das Ganze viel tiefer saß. Außerdem wollte ich es grundsätzlich geklärt wissen und nicht nur das Private und das Berufliche auseinanderdividieren. Das war möglich, indem ich die Beziehungen zu meinen Eltern klärte und hinter die Reaktion (eine Mischung aus Einsamkeit, Verzweiflung, Ohnmacht, Verlassenheit, Verlorenheit...) schauen konnte, auch wenn sich damals der vorgeburtliche Zugang noch nicht öffnete. Die Grenze meiner Wahrnehmung lag bei ca. 3 Monaten nach der Geburt. Was davor geschah, war noch komplett von meiner Wahrnehmung ausgeschlossen. Der Zugang zum Vorgeburtlichen öffnete sich 2019 im Rahmen meiner psychotherapeutischen Ausbildung und gehört mittlerweile zu meinem beruflichen Alltag mit absoluter Selbstverständlichkeit dazu.

Jetzt stelle ich fest, dass die meisten Menschen, die in den freiRaum kommen, so etwas Ähnliches suchen wie ich damals. Sie sitzen ziemlich fest im Sattel in ihrem Beruf, z. B. als Lehrerin, Psychologin und Psychotherapeutin, merken aber, dass es da noch mehr gibt. Berufliche Hinweise, dass es noch etwas zu klären gibt, akzeptieren sie meist leichter als private. Das ist auch in Ordnung so und war auch bei mir der Ausgangspunkt, zumal es im Idealfall zum beruflichen Selbstverständnis gehört, dafür zu sorgen, bei seinen Schülern, Klienten usw. möglichst wenig Schaden anzurichten, indem man mit seinem „Kram“ in Klärungsprozesse geht.

Wie heißt denn nun mein spezielles Angebot?

  • Supervision für Profis?

  • Psychotherapeutisches Coaching?

  • Supervision mit psychotherapeutischen Elementen?

  • Coaching mit psychotherapeutischen Elementen?

Auch hier habe ich Schwierigkeiten mit dem richtigen Begriff und hoffe, dass das, was ich anbiete, deutlich wird. Falls Sie es lesen und auch Profi sind: Sie bekommen bei mir Supervision auf Augenhöhe, ich beziehe Ihre professionellen und persönlichen Kompetenzen mit ein – Sie haben sich viel erarbeitet und sollen es auch nutzen. Und wenn Sie es wünschen, treten Sie gleichzeitig eine innere Entdeckungsreise an und klären Ihre Knoten und ursächlichen Konflikte. Dies hat einen großen Einfluss sowohl auf Ihr privates als auch Ihr berufliches Leben.

Mir schwebt noch vor, an dieser Stelle ein paar Erfahrungswerte von meinen Klienten zu veröffentlichen. Ich werde es in die Wege leiten, es kann allerdings noch eine Zeit lang dauern, bis sie hier erscheinen. Ich bitte um etwas Geduld.

 

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Bildnachweis:
Bild von: silviarita

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