Bewusstheit und Gesundheit
Inhaltsverzeichnis
- Was ist gesund, was ist krank?
- Krankheit und Gesundheit auf der Energieebene
- Die Doppelbödigkeit von Symptomen
- Es reicht nicht, die Emotionen aufzulösen
- Den Streit mit dem Leben beilegen
- Körperliche Symptome
- Es geht immer weiter!
- Die Sinnhaftigkeit von Symptomen
- Nachtrag
- Fragen an das Ich
Was ist gesund, was ist krank?
Ja, das ist eine interessante Frage. Lieber Leser, fühlst du dich gerade gesund oder krank? Betrachtest du dich selbst als einen gesunden oder einen kranken Menschen? Oder einen durchaus gesunden Menschen mit ein paar kränklichen Stellen? Was ist denn dieses Gesund-Sein? Unterliegt es einer Definition? Ist es etwas Gefühltes? Eine innere Wahrheit? Oder manchmal sogar eine Überzeugung oder ein Glaube? Oder sogar in manchen Fällen eine Identität? Hast du die Identität eines gesunden Menschen? Oder eines kranken Menschen? Oder wechselst du?
Wenn du an einen gesunden Menschen denkst, wen siehst du vor deinem inneren Auge? Vielleicht kennst du jemanden, der für dich der Inbegriff von Gesundheit ist? Oder du hast eine Art Wunschbild, eine Wunschvorstellung? Verbinde dich doch mit dieser Vorstellung! Alleine das kann schon heilsam sein!
Krankheit und Gesundheit auf der Energieebene
Auf der Energieebene bedeutet Krankheit, dass wir nicht im Flow mit dem Leben sind. Etwas trennt uns davon. Und die Krankheit ist gleichzeitig ein Versuch, diesen Flow wiederherzustellen. Jeder kennst das mit einer Erkältung oder einer Grippe. Die Grippe zwingt uns dazu, eine Pause einzulegen. Meist sind wir zu schnell. Wir fiebern alte Wut und Ähnliches weg und fügen uns 1-2 Wochen später wieder in das Leben ein.
Krank zu sein bedeutet also, dass wir von einer Situation, von uns selbst, von anderen Menschen, vom Leben ein unvollständiges Bild haben. Symptome weisen auf dieses Fehlende hin. Früher haben die Ärzte ja auch gefragt: "Was fehlt Ihnen?" Nicht, dass der Patient das so direkt hätte beantworten können. Er fing an über die Symptome zu reden und es war die Aufgabe des Arztes festzustellen, was dem Patienten auf der tieferen Ebene fehlt. Nur ist es wirklich herausfordernd und eigentlich auch nicht die Aufgabe des Arztes. Seine moderne Aufgabe besteht v. a. in der Symptomlinderung, also darin, uns Zeit zu verschaffen, uns den eigentlichen Ursachen zuzuwenden, was wir zugegebenermaßen selten nutzen, weil wir darauf hoffen, dass der Arzt uns von den Symptomen und der Krankheit heilen kann und wir uns um die grundlegende Änderung, die in unserer Persönlichkeit und in unserem Leben ansteht, drumherum kommen könnten. Stattdessen schimpfen wir auf die Ärzte, die angeblich ihre Arbeit nicht gut machen würden. Nun, uns zu heilen ist unsere Aufgabe und von niemandem sonst. Natürlich können wir uns dafür Unterstützung holen, gar kein Thema. Trotzdem ist Heilung immer Selbstheilung. Und unser System strebt immer nach Heilung, ganz automatisch. Wenn du dir einen kleinen Schnitt zufügst, heilt er meist ganz von alleine innerhalb von wenigen Tagen. Du musst im Normalfall nichts dafür tun. Mit unseren unvollständigen oder verkehrten Bildern von uns und vom Leben verhindern wir, dass die Heilung in uns wirken kann; wir verhindern sie selbst. Also, zurück zu den Bildern.
Gesund zu sein bedeutet dann im Umkehrschluss, dass wir ein nahezu vollständiges Bild von Situationen, von uns, von anderen, vom Leben haben. Ich sage ganz bewusst "nahezu vollständig", weil es immer etwas zu ergänzen und zu entdecken gibt. Kaum haben wir ein Bild zu Ende gepuzzelt, zeigt uns das Leben, dass es wieder etwas zusammenzupuzzeln gibt. Allerdings zeigt es es uns erst einmal auf eine milde Art und Weise, schickt und Bilder, Symbole. Vielleicht etwas Symbolisches in einem Traum. Oder Worte von jemandem bleiben im Kopf hängen. Oder oder. Ignorieren wir die Zeichen, bilden sich Symptome aus oder verstärken sich.
Für die Suche nach den Ursachen wird uns ein relativ großes Zeitfenster gewährt, das über Jahre oder sogar Jahrzehnte gehen kann. Wenn wir die Suche ignorieren, müssen wir bezahlen. Mit unserer Gesundheit z. B. oder notfalls mit einem vorzeitigen Tod.
Die Doppelbödigkeit von Symptomen
Ein Symptom ist ein Hinweis darauf, dass ein Bild in dir, v. a. in deinem Bewusstsein, unvollständig ist. In deinem Unterbewusstsein ist immer das komplette Bild gespeichert. Da ein Teil der Psyche das komplette Bild abwehrt, bleibt das Symptom symbolisch. Es verweist auf das Fehlende, aber nicht direkt. Symptome sind also doppelbödig. Sie haben etwas Aufdeckendes, aber auch etwas Verdeckendes an sich. Deswegen wollen wir sie auch so gern loswerden. Wir bilden uns ein: Ist das Symptom weg, ist das Problem gelöst. Du kannst gern überprüfen, ob du wirklich etwas hinter einem Symptom gelöst hast. Wenn der Gedanke: "O, ist es noch da? O, kommt es wieder?" aus deinem Bewusstsein wie gelöscht scheint, wenn du schon komplett vergessen hast, dass du ein Symptom hattest nach dem Motto: "Welches Symptom nochmal????", dann bist du zur Ursache und zur Lösung vorgedrungen. Dann hast du das Bild vervollständigt. Bist du auf einem guten Wege der Vervollständigung des Bildes, da ist da noch so ein vages Gefühl, dass das Symptom noch da ist, dass es sofort wiederkommen würde, wenn du vom Zusammenpuzzeln des kompletten Bildes wieder ablässt. Es wird noch gebraucht, damit du von diesem Wege nicht mehr abweichst.
Es reicht nicht, die Emotionen aufzulösen
Viele Heilmethoden arbeiten mit der Auflösung der Emotionen. Das zeigt gute Erfolge. Viele Symptome gehen weg. Und kommen vielleicht irgendwann wieder oder an einer anderen Stelle. Das Problem hier, dass wir die Ursache von diesen Emotionen nicht gefunden haben. Es funktioniert nämlich so. Wir haben bestimmte Bilder, Vorstellungen und Urteile über uns und die Welt. Es sind Grundeinstellungen und die meisten davon sind uns unbewusst. In Sekundenschnelle erschaffen wir uns durch diese Grundeinstellungen Emotionen. Wenn wir sie ausdrücken und loslassen, bleiben wir durchaus gesund. Nur irgendwann sind diese Grundeinstellungen nicht mehr ganz "altersgemäß". Es ist ein bisschen so, als würde ein Grundschuldkind eine Windel tragen. Also fangen wir an, diese Emotionen zu unterdrücken. Sie passen nicht zu unserem gereifteren Selbstbild. Wir verurteilen uns selbst dafür, dass wir immer noch "eine Windel" brauchen. Das erzeugt Symptome. Nur die Emotionen aufzulösen bringt uns hier nicht weiter, weil wir sie uns bei nächster Gelegenheit wieder erschaffen. Um also ein Bild zu vervollständigen, müssen wir diese Grundeinstellungen ins Bewusstsein holen und verändern. Wir werden dann meistens feststellen, dass wir in irgendeiner Form überheblich sind, uns über das Leben stellen, meinen zu wissen, wie es zu laufen kann. In Aufstellungs- und Energiearbeit kann man diese Einstellungen symbolisch verändern, indem man z. B. aus einer überheblichen Position auf einem Kissen oder Hocker wieder auf den Boden der Tatsachen stellt und sich demütig zeigt, sich dem Leben unterstellt statt sich darüber zu stellen. Es ist unangenehm, das Ego fühlt sich heruntergesetzt, minderwertig, in Unrecht. Ja, auch wird es Zeit, das Rechthabenwollen aufzugeben. Das Leben hat nämlich immer Recht. Durch das Sich-Einfühlen in sich selbst und ggf. in einen anderen, z. B. in jemandem, mit dem man in Konflikt ist, mit dem man nicht in Frieden ist, den man nicht mag oder überhaupt nicht leiden kann, vervollständigt sich unser Bild der Realität. Der andere fühlt sich dann, wenn man sich wirklich in ihn einfühlt, ganz anders, als es in der Vorstellung war, die man von ihm hatte. Das ist im ersten Moment überraschend, auch berührend und heilsam. Und bei sich selbst ist es genauso. Wenn du dich tief in dich einfühlst, hinter den Ärger, die Wut, den Frust, die Schuld, die Scham... was bleibt da noch übrig? Schmerz? Mitgefühl? Das musst du jedes Mal aufs Neue herausfinden, wie Columbus. Einfach lossegeln und die Antworten in dir suchen, deine tiefere Wahrheit und dann noch weiter bis zum Ur-Grund des Seins, wo es überhaupt keine Wahrheit mehr gibt und nur das Sein. Erst deine tieferen Wahrheiten werden dich heiler und gesünder machen und erst der Urgrund des Seins wird dich ganz und gar heilwerden lassen.
Den Streit mit dem Leben beilegen
Der wesentlichste Teil einer jeden ganzheitlichen Heilung besteht also darin, den Streit mit dem Leben beizulegen.
Ich wiederhole mich: Viele Menschen streiten sich mit dem Leben, meinen besser zu wissen, was richtig ist und was sie brauchen. Daraus entsteht sehr viel Spannung, viele negative Emotionen. Der Weg in die Gesundheit ist diese negativen Emotionen zu durchfühlen und aufzulösen, aber auch die Einstellung dahinter, die zu diesen Emotionen führt, zu verändern. Fühlt man nur die Emotionen durch, bauen sie sich bei nächster Gelegenheit wieder auf, weil sie durch die ursprüngliche Einstellung gespeist werden. Diese Einstellung oder Einstellungen ist den meisten Menschen nicht bewusst. Es ist wie eine unbewusste Programmierung.
Eine gesundheitsförderliche Einstellung wäre die der Demut: "Ich bin der Diener des Lebens. Das Leben hat immer Recht. Ich weiß nicht, was das Beste für mich ist, aber das Leben weiß es und gibt mir immer das Beste." (Beachte bitte, dass du nicht passiv wirst, wenn du zum Diener des Lebens wirst... Nach dem Motto: "Dann brauche ich nichts mehr zu tun und lehne mich zurück. Ich muss keine Veränderungen mehr bewirken." Du wirst sogar noch aktiver und engagierter werden, aber mit einer friedlichen Grundeinstellung. Du kämpfst nicht mehr. Und dadurch wirst du automatisch mehr Erfolg haben.)
Körperliche Symptome
Wenn du körperliche Symptome hast, bedeutet das, dass dein aktuelles Bild von dir und der Welt auf dieses Symptom bezogen von deinem kompletten Bild, das in dir als deine tiefe Wahrheit gespeichert ist, weit entfernt ist. Manchmal sind diese beiden Bilder sogar gegenteilig. Das, was du glaubst, dass es für dich stimmt, stimmt also auf der tieferen Ebene für dich ganz und gar nicht. Ein extremer Widerspruch, der sich dann in Körpersymptomen und Krankheiten ausdrückt, besonders gern in den allseis "beliebten" Rückenschmerzen. Daher kann hier die Erforschungsreise besonders herausfordernd und intensiv sein. Und sie kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wie gesagt, besonders körperliche Symptome sind weit von der Grenze deines aktuellen Bewusstseins entfernt.
Es geht immer weiter!
Die Erweiterung des Bewusstseins hört niemals auf. Wir haben alle unendliches Potential. Es gibt unendlich viel zu entdecken und zu lernen. Auch die Welt, das Universum, entwickeln sich weiter und geben uns Gelegenheit ganz neue Dinge zu lernen, z. B. ein Musikinstrument, oder Altes zu etwas Neuem zu kombinieren, auf eine neue Ebene zu bringen. Das Leben steht niemals still. Und so kann es sein, dass plötzlich neue Symptome auftauchen, die du vorher nie hattest, die dir den Weg ins Neue weisen. Dann brauchst du deinen ganzen Mut, setzt die Segel ins Unbekannte und segelst los.
Die Sinnhaftigkeit von Symptomen
Die Symptome haben aber auch eine sehr konstruktive Komponente. Sie zeigen eine Grenze auf, sie markieren eine Grenze in unserem Bewusstsein. Für das hinter dieser Grenze sind wir vielleicht noch nicht bereit. Das ist noch von der Energie her zu intensiv, zu stark. Wir leiden zwar am Symptom, manchmal jahrelang, gleichzeitig verschafft es uns Zeit und Raum, um uns für die Energien, die auf uns hinter dieser Grenze warten, vorzubereiten. Ansonsten würden uns diese Energien "traumatisieren", wenn wir also zu früh mit ihnen konfrontiert werden, wenn unser Körper und unsere Psyche noch nicht bereit, noch nicht trainiert genug dafür sind. Nutze also die Zeit, um dich psychisch und körperlich auf die Energien hinter den Symptomen vorzubereiten. Fang nicht mit den schwierigsten Symptomen an, sondern mit den "einfacheren" emotionalen Symptomen. Mit den kleinen Dingen des Alltags, die dich vielleicht aufregen, nerven oder ängstigen. Schaffe da erst einmal Frieden und dann wird es von alleine auch an die "großen" Dinge des Lebens gehen. Nur Mut!
Nachtrag:
Es gibt so einige Symptomdeutungsbücher. Die Seite spirituelle.info ist z. B. eine wahre Schatzkammer für die Symptomdeutung. Das Problem besteht häufig darin, dass die Deutung nicht unbedingt weiter hilft bzw. sogar abgelehnt wird. Liest man Deutungen für die Symptome, die jemand anders hat, den man kennt, denkt man meist: "Wow, das passt ja wie die Fast aufs Auge." Lies man die Deutung fürs eigene Symptom ist es eher selten, dass das so klar eintritt. Meistens versucht man es kopfmäßig zu begreifen, was vergleichsweise wenig hilft. Meist tritt eher eine Abwehrreaktion ein: "Dies hat doch nichts mit mir zu tun. Ich kann mich damit überhaupt nicht verbinden." Falls du letztere Reaktion bemerkst, dann weißt du (vom Kopf her), dass du schon einmal auf der richtigen Spur bist. Die Deutung wird so ungefähr ihre Richtigkeit haben. Warum kann ich das so behaupten? Weil du eben dann keine oder wenig Verbindung zur Deutung aufbauen kannst. Deswegen hast du ja auch das Symptom. Hättest du eine direkte Verbindung zur Energie der Deutung, dann wäre das alles gar kein Thema für dich und du hättest gar kein Symptom! Lass dich darauf ein, dass es Dinge in dir gibt, zu denen du eben nur auf der Symptomebene Kontakt hast und nicht im Bewusstsein. Auch wenn es am Anfang alles sehr schwierig und kontaktlos ist, kann sich dann schnell verändern und du wirst noch ungeahnt belohnt werden, wenn die abgespaltenen Dinge und Themen erst einmal in dein Bewusstsein eindringen, dich berühren, dich heilen und erweitern dürfen.
Fragen an das Ich (bitte in meditativer Haltung an sich stellen und aus der Tiefe die Antwort kommen lassen)
- Wie gesund fühlst du dich? Lass dir innerlich anzeigen, welche Bereiche von dir gesund und welche krank sind? Was sind die Ursachen für das Kranksein? Lass es dir innerlich aufzeigen! Achtung, die Ursachen können ganz anders sein, als du gedacht hast, das werden sie sogar sein, und an einer ganz anderen Stelle im Energiesystem angezeigt werden, als dort, wo das Symptom "sitzt".
- An welchen Stellen, bei welchen Themen streitest du mit dem Leben? Wo glaubst du, dass das Leben unfair, ungerecht zu dir ist oder war? Was läuft nicht richtig und was sollte dringend geändert werden? Schreibe dir diese Punkte auf. Wenn du bereit bist, dich auf deine Reise zu der tieferen Wahrheit zu begeben, meditiere über die einzelnen Situationen und "Ungerechtigkeiten" und lasse dir aufzeigen, warum sie richtig und gerecht sind. Natürlich musst du dafür eine ziemliche Offenheit mitbringen, denn du musst bereit sein, alles, was du glaubst über dich und das Leben, in Frage stellen zu lassen. Wie Byron Katie es so schön sagt: "Willst du recht haben oder frei sein?" Oder anders: "Willst du an das glauben, was du glaubst, oder willst du gesund sein?"
- Lass dir anzeigen, wie gut du schon ein "Diener des Lebens" sein kannst oder bist. Wir alle dienen allzeit unbewusst dem Leben, so oder so. Nur Teile unserer Psyche wehren sich dagegen, wollen ihren Willen haben, tun so, als würden sie mehr Einfluss auf das Leben oder Kontrolle darüber haben können, als ihnen zusteht. Daraus entstehen Spannungen und Ängste, woraus wiederum Krankheit entsteht.
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