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Das Geschenk des Lebens annehmen

 

Inhaltsverzeichnis

Die Ausgangslage

Viele Menschen haben ihr Leben nicht zu 100% angenommen. Sie sagen nicht 100% Ja zum Leben und sie leiden auch darunter, auch wenn ihnen die wahre Ursache unklar oder unbekannt ist. Gefühle von Leere, Einsamkeit, Langeweile, tiefer unverstandener Sehnsucht können die Folge sein. Man wartet auf etwas, versucht die Zeit totzuschlagen. Oder man fällt ins vielbeschäftigte Muster und ist ständig auf Trab... vielleicht bis zum Burn-Out oder bis zur Midlife-Crisis. Oder man behilft sich mit Rationalisierungen, die ein gutes bejahendes Lebensgefühl erzeugen sollen: "Heute habe ich dies und jenes geschafft oder erlebt und das war gut. Also war das ein guter Tag." Und so hagelt man sich von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, versucht möglichst viele gute und möglichst wenige schlechte Tage zu haben, zumindest mehr gute als schlechte. Das Leben ist häufig schlauer und schlägt einem irgendwann ein Schnippchen, um auch diesen Kontrollversuch zu torpedieren. Dieser Schutz besteht nicht nur im Rationalisieren, sondern auch in einer Überheblichkeit dem Leben gegenüber, denn man urteilt darüber, ob es gut ist oder schlecht. Man stellt sich also über das Leben. Langfristig führt es nie zu einer tiefen Zufriedenheit und dem Gefühl im Einklang mit sich und dem Leben zu sein. Immer wieder gibt es Ausreißer, Erschütterungen, Unsicherheiten, Ängste bis hin zu Panikattacken, Vertrauensverlüste uvm. Manchmal schafft der Mensch es so weit, dass er alles im Leben erreicht hat. Und trotzdem nagt an ihm das Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt. Manche spüren es durchgehend, andere können das gut ausgleichen, so dass es selten spürbar oder sogar in ein Körpersymptom verdrängt ist.

Das Geschenk des Lebens annehmen

Die Lösung bestünde darin, das Geschenk des Lebens voll und ganz anzunehmen. Im Praxiskontext ist es am wirkungsvollsten, es in Form einer Aufstellung (Alternativ: Seelenbilderreise) zu gestalten und das Geschenk des Lebens von den eigenen Eltern zu empfangen, und zwar in Dankbarkeit und Wertschätzung für dieses Mysterium. Die Psyche wird auch hier sicherlich einiges an Abwehr aktivieren: Von Schuldgefühlen bis hin zu "Darum habe ich doch nicht gebeten!" kann alles dabei sein. Lässt man sich tiefer auf die Materie ein, wird man mit einem allumfassenden Glücksgefühl belohnt. Die Glückseligkeit führt in den inneren Frieden. Das Leben kann jetzt in vollen Zügen gelebt werden!

In meiner Praxis wird übrigens gerne eine rote Vase mit geschwungenem Hals, einer Nabelschnur nicht unähnlich, als Symbol für das Geschenk des Lebens ausgesucht. Es kann aber auch ein dunkelrotes Kissen sein oder auch ein ganz anderer Gegenstand. Hauptsache, die Psyche versteht auf der Symbolebene, worum es geht. Das könnten Sie auch zu Hause als Symbolarbeit ausprobieren: Suchen Sie sich einen passenden Gegenstand für das Geschenk des Lebens aus und gehen Sie mit ihm in Kontakt. Lassen Sie alles geschehen, wie es kommt. Gefühle tauchen auf, fühlen Sie sich durch und lassen Sie sie wieder los. Vielleicht müssen Sie das ein paar Mal wiederholen, bis sie vom Geschenk des Lebens tief berührt werden und Dankbarkeit und Wertschätzung spüren. War Ihr Leben von Traumata gekennzeichnet, kommen Sie vom Kopf nicht ins Fließen und Spüren oder kommen starke Ängste hoch, so scheuen Sie nicht, sich bei diesem Thema eine geeignete Begleitung zu suchen, die den Raum hält und zusätzliche Sicherheit für Ihren Prozess gibt, so dass Sie sich fallen lassen oder auch zuerst vorbereitend Ihre anderen Themen bearbeiten können.

Die Eltern angenommen?

Ein weiterer Gradmesser ist die Annahme der eigenen Eltern. Hier kann sich der Leser auch schon einmal fragen, bis zu welchem Grad er seine Mutter und seinen Vater angenommen hat, also sie als Menschen und all das, was er von ihnen bekommen hat. Hat er überhaupt voll und ganz von ihnen genommen, was sie zu geben hatten und haben? Oder verweigert er es immer noch, indem er sich über die Eltern stellt und das, was sie zu geben haben, als nicht gut genug erklärt? Überhaupt findet sich die distanzierte Haltung als Abwehr gegen den tiefen Schmerz häufig vor. Etwas ist passiert, unsere Liebe wurde verletzt, und wir verschließen uns. Um den Schmerz zu cachieren, passen wir uns an, werden lieb, oder gehen in Rebellion. Beides lässt uns nicht frei. Man kann sich nur von dem befreien, was man zuvor voll und ganz angenommen hat. Das gilt auch für Beziehungen. Haben wir unsere Eltern voll und ganz angenommen, sind wir nun endgültig frei, unser Leben zu leben.

Auch dies lässt sich im Praxiskontext über die Aufstellungsarbeit oder die Seelenbilderebene angehen, sofern der Klient bereit dafür ist.

Über die archetypische Energie gehen

Vielen Menschen ist es nicht möglich, das Geschenk des Lebens von ihren Eltern bzw. ihre Eltern direkt anzunehmen. Zu groß ist der Widerstand, zu heftig der Schmerz, zu krass die Wunden. Natürlich will die Psyche geheilt werden, erzwingen sollte man es nicht. Eine gute und tragfähige Möglichkeit, die den Nährboden für die weitere Heilung vorbereitet, ist die Anbindung an die archetypische Liebesenergie. Die archetypische Liebesenergie / Mutterliebesenergie ist deutlich freier von Projektionen, Schuldzuweisungen und Unverarbeitetem als ihre körperlich-psychische Repräsentanz auf Erden. Jedenfalls ist es aus der Sicht der Psyche so. Auf einer anderen Ebene ist es eine Illusion, denn die Liebesenergie ist eben die Liebesenergie, egal auf welcher Ebene sie repräsentiert wird. Nun zurück zur archetypischen Hilfsvariante. Ihr Vorteil ist, dass sie die geschundene Psyche bereits ein Stück wieder an den Liebesfluss sowohl von Himmel als auch von Erde anbindet. Sie wirkt sanfter als ihre psychisch-körperliche Repräsentanz, legt die Finger nicht direkt so stark in die Wunden, sondern umschmeichelt die Seele und fängt an die Wunden sanft zu umfließen. Damit setzen schon viele Heilungsprozesse ein. Sind sie so weit fortgeschritten und hat der Mensch an Liebesfähigkeit und Grundvertrauen gewonnen, kann er sich auch der psychisch-körperlichen Repräsentanz der Liebe in seinem Leben, also seinen Eltern, in seiner inneren Arbeit stellen. Keinesfalls darf die Spiritualität dazu dienen, diesem Thema auf der psychisch-körperlichen Ebene auf immer und ewig auszuweichen, und ebenso wenig sollte die Auseinandersetzung mit der eigenen Starseed-Identität diesem Ausweichen dienen. Das wäre Missbrauch. Die Spiritualität ist auch dafür da, den Nährboden für die weitere Annäherung an dieses ganz irdische Thema zu bereiten. Sie sorgt dafür, dass einiges an Abwehr weggeschmolzen wird, so dass der finalen Annäherung an Mutter und Vater und an das Geschenk des Lebens nicht mehr so viele Anteile entgegenstehen. Es sind Anteile, die voller Schmerz sind, und solche, die diesen Schmerz überdecken, z. B. Groll, Wut und Ähnliches. Sie können auch abgespalten und z. B. in den Körper verdrängt worden sein.

Hinweis: Bei einigen Klienten habe ich auch die umgekehrte Reihenfolge gesehen. Sie vollenden zuerst die Anbindung an ihre konkreten Eltern, vollführen also die "unterbrochene Hinbewegung" (was der klassischen Familienaufstellung nach Bert Hellinger entspricht) und sind danach im Stande, sich an die universelle und archetypische Energie anzubinden. Auch ging der Lösung manchmal eine fiebrige Krankheit voraus, in der alte Wut-Schichten weggebrannt wurden. Jeder von uns hat seinen Weg und wir können auch den Weg zur Annahme des Lebens so herum oder so herum gehen. Ich begleite gern auf beiden Strängen. Zur Stärkung der Liebe / der Selbstliebe empfehle ich das entsprechende Heilritual. Wer sich wirklich in der Tiefe heilen will, wird diesem Thema über kurz oder lang nicht mehr ausweichen können. Denn ohne die Annahme des Lebens und der Eltern, gibt es keine 100% Herzensoffenheit, keine 100% frei fließende Liebe, keinen 100% Erfolg, kein 100% Ur-Vertrauen und keine tiefe Zufriedenheit.

Die archetypische Energie bringt übrigens viele Facetten mit sich, die wir in der Beziehung zu unseren Eltern, besonders zur Mutter, vermisst haben. Liebe kann sehr "grobstofflich", sehr direkt sein. Sie kocht Essen, sorgt für alles, umarmt mit wohlwollender Kraft und spürbarer Präsenz. Sie kann aber auch sehr feinstofflich, sehr fein sein, ein Hauch von Berührung. Besonders sensible Menschen haben die letztere Variante sehr vermisst, was sich auch z. B. in den PMS- oder Regelsymptomatiken zeigen kann. Da muss man auf einmal weinen und es fehlt einem etwas, wovon man nicht weiß, was es ist. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, diese Energie gezielt zuzuführen und zu schauen, was das passiert. Brauchen tun wir sie schließlich alle.

 

Fragen zum Nachforschen und Ergründen

  • Zu welchem Grad habe ich das Geschenk des Lebens angenommen? (Vor dem inneren Auge z. B. in %-Zahl anzeigen lassen)
  • Zu welchem Grad habe ich meine Mutter angenommen?
  • Zu welchem Grad habe ich meinen Vater angenommen?
  • Wie steht es um meine Anbindung zur archetypischen Liebesenergie, zur Mutter Erde, zur feinstofflichen Liebe?
  • Wie offen ist mein Herz? Fühlt sich mein Herzbereich frei und offen an oder spüre ich da Druck, Panzerungen, Härte, schmerzende Stellen, Enge?

 

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