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Zum Wesen der Depression (des Leids) und ihrer Heilung

 

Ich bin gerade dabei, das Wesen der Depression tiefer zu ergründen und welche Heilmittel es dagegen gibt. Der Anteil, der depressiv ist, zieht sich von der überfordernden Welt zurück, sagt Nein zum Leben, will so die Kontrolle behalten und kapselt sich aber dermaßen ab, dass er den Weg zurück nicht findet. Da ich ursprünglich aus der "Alles-oder-Nichts"-Ecke komme, war die mir direkt zugängliche Methode, den Teil, der Selbstmordgedanken hat, direkt zur Transformation zu nutzen, in der Psyche wirken zu lassen, also psychischen Selbstmord (eigentlich müsste es Ich-Mord heißen) begehen zu lassen, wobei der Körper absolut am Leben bleibt (s. den Artikel "Die Depression heilen"). Sich in dieses dunkle schwarze Loch komplett (!) fallen zu lassen, das ist wirklich radikal, dafür gab es nicht sooo viele Interessenten. Letzte Woche erst hat eine Frau es aber getan und für ihr Vertrauen und Sich-Fallen-Lassen-Können bin ich zutiefst dankbar. Nur habe ich den gesunden Anspruch an mich selbst, auch die sanfte Skala der "Methoden" zu beherrschen und alles dazwischen. Was ist also der Stand der Dinge? Was kann man machen? Das Naheliegende ist die Energie der Hoffnung, die in die Depression reingebracht werden kann. Diese besteht aus der Energie von Mutter Erde und der Herzenergie, auch Mitgefühl genannt. Wichtig: Beide Energien müssen gleichzeitig (!) fließen. Nur Erde oder nur Herz reichen für Hoffnung in der gebrauchten Qualität nicht aus (Dass die geistige Anbindung (Reiki) gut fließt, setze ich an dieser Stelle voraus.). Eine weitere Alternative ist die Energie der Sterne, sei es durch das Sterneportal im Inneren oder durch die echten Sterne am Nachthimmel. Und nun wird mir klar, dass ich diese Möglichkeit selbst genutzt habe, als ich vor gut zwei Jahren in einem sehr intensiven Transformationsprozess steckte und 1-2 Wochen lang psychisch und körperlich am Ende war. Ich bin dann unter den Sternen spazieren gegangen, wobei ich zuerst das ganze überschüssige Adrenalin aus meinem System herauslaufen musste, weil die Angst vor der Veränderung einfach noch so gewaltig war, und erst dann die beruhigende und haltende Wirkung der Sterne einsetzte. Sie gaben mir ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit. Wer die Depression, egal ob sie sich in seinem Leben ziemlich breit macht oder nur in zeitlich begrenzten "Löchern", die übrigens auch von einem Körpersymptom, das zum Rückzug zwingt, begleitet werden oder durch Wut überdeckt sein können, heilen möchte, wird sich wohl auch in diesem Anteil auf das Gehalten-Werden einlassen müssen, so Stück für Stück, was natürlich im Widerspruch zum Behalten-Wollen der Kontrolle über sich und das Leben steht. Das Behalten der Kontrolle ist natürlich reine Illusion, denn in dem Moment ist man der Sklave seines Rückzugs-Musters (bei aktiven Typen ist es dann das Angriffsmuster)... Auch wird er sich auf das Nähren einlassen müssen, was eine ur-mütterliche Energie ist. Diese besteht wieder aus der Erdkraft, was wir auch als Ur-Vertrauen bezeichnen, der transformierten Sexualkraft der Frau (Dazu zieht man die Energie aus dem Unterleib in die höheren Chakren, v. a. in die Brüste; statt sexuell wird sie fein-sinnlich) und der Mütterlichkeit der Brüste, aus denen dann all diese drei Energien herausfließen, was das Ur-Mütterliche, das Matriarchale ergibt. Diese Kraft kann man in der Heilmeditation aktivieren, aber am einfachsten und sinnvollsten macht man es mit einer oder mehreren Frauen zusammen, die diese Aktivierung weitergeben oder weiter verstärken (s. auch "Vom Kinder(nicht)bekommen in die Ekstase: die Urweiblichkeit aktivieren"). Den besten Zugang zu diesem Prozess bieten Situationen, die die Gefühle von Angst / Ohnmacht oder Wut und Ekel auslösen.

Aber warum kapselt sich jemand, sei es nur in einem Anteil und ab und zu, dermaßen ab?

"Es muss nach meiner Nase laufen."

Die Ursache für depressive Zustände, aber auch für Aggressionen, Körpersymptomatiken und andere Konflikte, liegt darin, dass du eine Vorstellung davon entwirfst, wie etwas, eine Situation, ein Mensch, das Leben als solches, zu sein hat. Das ist an sich noch nicht das wesentliche Problem, das machen wir alle und wir benutzen diese Bilder als Führung durchs Leben. Je fühlender wir in Kontakt mit dem Leben sind, desto visionärer sind diese Bilder. Je mehr wir im Gedanklichen verweilen, desto fester und verzerrter werden die Bilder. Das Problem entsteht aber erst dann, wenn wir 1) dieses Bild in unserem Kopf für die Realität halten und 2) an diesem Bild unbedingt festhalten wollen. Der Unterschied zwischen der depressiven und aggressiven Auslebungsart besteht lediglich darin, dass der "Depressive" sich ohnmächtig fühlt, da er die Realität dem Wunschbild in seinem Kopf nicht anpassen kann oder es zumindest glaubt. Beleidigt, also voller Selbstmitleid, zieht er sich dann von einem Bereich des Lebens oder vom Leben selbst zurück und hält am Bild fest. Er leidet. Der "Aggressive" wehrt die Ohnmacht ab, geht in die Wut, dafür braucht er zumindest das Gefühl, in der Machtposition zu sein, oder er ist es tatsächlich, und dann fängt er an, in der Realität sein Wunschbild durchzusetzen. Dies führt natürlich zu Konflikten, besonders mit den Mitmenschen, die teils andere Bilder von der Realität haben. Hier gäbe es noch die Möglichkeit des Abgleichs und des (fühlenden) Austauschs. Über die verschiedenen Bilder zu diskutieren und zu streiten bringt nichts. Es muss ein fühlender (!) Austausch sein. Meist hat so eine Diskussion nur den Zweck, das eigene Bild weiter zu verfestigen und den Besitzer des feindlichen Bildes zu schwächen. Interessant ist, dass sowohl der "Depressive" als auch der "Aggressive" gewinnen wollen: Sie wollen, dass sie mit ihrer Vorstellung, mit ihrem Bild Recht haben. Und sie nehmen dafür ganz schön viel Leid in Kauf. Rückt jemand von so einem Bild gar nicht ab, leidet er auf die ein oder andere Weise. Auch alle körperlichen Beschwerden und Krankheiten lassen sich auf dieses mentale Phänomen des Umgangs mit der Wirklichkeit zurückführen.

Noch einmal bildlich: Welche Krone trägst du auf dem Kopf?

In einer Meditation habe ich zu meiner Fragestellung, woher die Beschwerden auf dem Kopf – ich hatte am Kronenansatz trockene Stellen, manchmal etwas Juckreiz oder den ein oder anderen Pickel, manchmal ein leichtes Druckgefühl – kommen, empfing ich das Bild, eine wunderschöne goldene Krone mit Edelsteinen besetzt zu tragen. Sehr königlich. Allerdings sah ich hinter der goldenen Krone eine Krone aus Ranken und Ästen, deren Enden sich in die Kopfhaut bohrte und Schmerzen verursachten. Mir wurde klar, dass die goldene Krone eine Ego-Krone ist, die Krone meiner Vorstellungen. Die Ranken stehen dagegen für eine Krone, die erdverbunden, also realitätsverbunden ist. Die Ego-Krone ist bis zu einem gewissen Grade im Stande, die Vorherrschaft auszuüben, aber zu einem schrecklichen Preis: Es gibt Symptome! Und es tut weh! Die Entscheidung war klar: Die Rankenkrone mag auf den ersten Blick nicht so hübsch aussehen, aber sie ist mit der Erde verbunden und ist natürlich. Außerdem sind die Ranken äußerst flexibel. Das ist genau die geistige Flexibilität, von der ich noch mehr brauche (Viele Menschen bekommen beim Mangel an geistiger Flexibilität Probleme mit ihren Gelenken. Ich fühlte immer wieder Spannungen in meinen Handgelenken. S. auch das Bild aus meiner Praxis. Die Leinwand mit der Frau mit einer Rankenkrone und vorne das "coole" Ego-Kissen, das mittlerweile gar nicht mehr da ist ;-) ) Eigentlich gibt es keine andere Möglichkeit, dass die Ranken sich durchsetzen, es tut allerdings weh, wenn sie durchbrechen wollen. Es gibt die Möglichkeit, ihnen freiwillig den Vortritt zu lassen. Adieu, Goldkrone!

Der Weg daraus

Um aus diesem Kreislauf des Leids auszusteigen, muss der Mensch verschiedene Schritte gehen. Der wichtigste wäre, den Entwicklungsschritt zu gehen und zu erkennen, dass die Bilder und Vorstellungen im Kopf eben nur Bilder sind. Sie sind nicht die Realität! Ja, es gibt auch sehr wahrheitsgetreue bildliche Eindrücke der Realität, aber wenn solche Bilder kommen, ist der normale Mind ganz still. Und dann haben wir noch den Zugang über die archetypischen Bilder und natürlich über die feinen Wahrnehmungen in unserem Körper.

Ist der Schritt vollzogen und der Mensch erkennt zuverlässig, dass ein Bild von etwas, einer Situation, einem Menschen, nur ein Bild ist und wahrscheinlich mehr über ihn selbst sagt, als über die Situation oder das Leben als solches, dann kommt der nächste Schritt. Es geht darum, dieses Bild fallen zu lassen. Voraussetzung dafür ist genügend Ur-Vertrauen und auch Offenheit. Erstens wurden durch so ein Bild Emotionen erzeugt. Man kann sie nicht einfach beiseite fegen, wenn sie erst einmal ins Leben gerufen wurden durch ein Bild. Das wäre Verdrängung. Diese müssen erst einmal zu Ende fließen. Anschließend kann das Bild fallengelassen werden. Dafür braucht man Offenheit, so dass man das hinter dem Bild erfühlen kann. Kommt man durch das Bild hinter dem Bild in Frieden, dann ist man schon sehr nah an der Realität dran. Der letzte Schritt wäre die Bildlosigkeit, reines Eins-Sein-Fühlen mit der Welt. Ist das Bild hinter dem Bild noch nicht friedlich, so wiederholt man die Vorgehensweise Schicht für Schicht.

Der tantrische Weg

Du könntest dich ganz bewusst für den tantrischen Weg (Tantra = Befreiung), also den Weg der Annahme, der Erweiterung deines Bewusstseins, also des Abbaus von Grenzen, das Ablegen der Kontaktängste, entscheiden. Wenn also etwas in dein Leben kommt, was nicht deiner Vorstellung entspricht, wird es ab jetzt deine Aufgabe sein, dich in einen fühlenden Kontakt mit diesem "etwas" zu begeben. An manchen Stellen ist es schwierig. Tu dich mit anderen zusammen, um hinter die festgelegten Bilder schauen und fühlen zu können. Das wird dir Lebensfreude und Gesundheit bringen, dich offener und neugieriger auf das Leben machen und für harmonische Beziehungen mit deinen Mitmenschen sorgen.

Manche von deinen Vorstellungsbildern werden verdrängt oder dir gar nicht bewusst sein. Wenn du deine bewussten Gedanken überprüfst, wirst du wahrscheinlich nicht dahinter kommen, weil du dann über die Sache so denkst, wie du über sie denken willst, nicht so, wie du wirklich denkst. Beobachte also v. a. deine Handlungen und Reaktionen, denn sie verraten die "wahren" Gedanken. Du wirst also diese Vorstellungsbilder und Gedanken aufspüren, an die Oberfläche bringen und die daraus erzeugten Emotionen, die noch irgendwo in deinem Körper / Energiekörper sitzen, zum Fließen bringen müssen. Das ist Befreiung.

 

Fragen an DICH (bitte in meditativer Haltung an sich stellen und aus der Tiefe die Antwort kommen lassen)

  • Lasse dir anzeigen, an welchen Stellen du der Goldkrone Vorrang lässt. Wo hältst du an Vorstellungen fest? Mach vielleicht eine Liste. Das ist all das, womit du nicht in Frieden bist, was bei dir sog. negative Emotionen hervorruft.
  • Dies ist etwas schwieriger: Wenn du ein Körpersymptom hast, dann hast es auch etwas mit Vorstellungen zu tun. Welche sind das? Sprich mit deinem Körpersymptom, als wäre es ein Freund. Was erzählt es dir über die Kraft deiner Vorstellungen und wie du sie gegen das Leben und am Ende auch gegen dich selbst einsetzt?
  • Wie ist es mit den Beziehungen mit deinen Mitmenschen? An welchen Stellen entstehen immer wieder Konflikte? Welche Bilder in dir liegen diesen Konflikten zugrunde?
  • Welche Bilder, die ich längst losgelassen haben sollte, schwirren noch irgendwo in meinem Geiste herum?
  • Wo bin ich stur? Wo werfe ich anderen Menschen Sturheit vor?

 

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