Herz, Sexualität und (Un)Reinheit
Beim modernen Menschen, deren Hauptmuster mentaler Natur sind, sind der Ober- und der Unterkörper energetisch getrennt. Wir stehen an Tresen, sitzen an Tischen und umarmen uns nur oben herum. Oben der Mensch, unten das Tier. So wird auch häufig die Sexualität gelebt, als etwas, das triebhaft ist und dem Tierischen entstammt, nicht als etwas Geistig-Heiliges (oder meist als so eine Art Mischung...). Durch diese Trennung entstehen aber im Menschen Gefühle von Unreinheit, Schuld, vermindertem Selbstwert, dem Gefühl, etwas Falsches oder Verbotenes zu tun. Es kann auch sein, dass ein Mensch das bewusst gar nicht wahrnimmt, aber die Qualität der sexuellen Begegnung oder einige körperliche Symptome werden die Wahrheit verraten. Begibt man sich auf die Reise, mentale Muster aufzulösen und sich immer mehr im Geistigen zu verankern, wird die Vereinigung von Herz und Sexualität möglich (s. dazu auch "Vom Kinder(nicht)bekommen in die Ekstase: die Urweiblichkeit aktivieren").
Alles auf dieser Erde ist sexuell
Spannenderweise haben die meisten Menschen kein Problem mit der sexuellen Energie der Pflanzen (bis auf ein paar Allergiker) und lieben den Frühling: die ganzen Blüten, die Insekten, die wundervollen Blumen – überall nur Sex! Wenn es um Tiere geht, die uns gefühlt ähnlicher sind, sieht es schon anders aus. Anderen Menschen gegenüber ist man noch vorsichtiger, da die Erfahrung lehrt, dass die sexuelle Energie mit Vorsicht zu genießen ist und schnell zu unangenehmen oder gar missbräuchlichen Erfahrungen führen kann. Dies betrifft allerdings nur ihre untransformierte Form, die sich mit dem Wunsch des Ego nach Bedeutung, also nach Macht, vermischt.
Machtanspruch, ade!
Es gibt also einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um das Sexuelle und das Herz zu vereinen.
Du musst bereits einen Großteil deines Machtanspruchs an die Welt aufgegeben haben, dich eingefügt, deinen Platz gefunden haben, genug Demut entwickelt haben. Du bist auf einem guten Wege, deine mentalen Bilder loszulassen (s. auch "Zum Wesen der Depression (des Leids) und ihrer Heilung"). Parallel dazu hat sich dein Herz immer weiter geöffnet, die Härte und der Groll sind immer mehr zurückgewichen und haben Platz für Mitgefühl und Liebe gemacht. Idealerweise nimmst du sogar eine heitere und neugierige Haltung dem Leben gegenüber ein und freust dich auf das, was kommt. Du bringst also einen gesunden Abenteuergeist mit und betrachtest das Leben als eine spannende Entdeckungsreise. Dabei bist du gut mit der Erde verbunden und fühlst ihre Energie als Basis in deinem Leben. Dein Ur-Vertrauen ist intakt.
Von der Trennung zur Heilung
Solange die Energien von Herz und Sexualität noch getrennt sind, lebt der Mensch in so einer Art "Erbsünde". Es gibt also Anteile in ihm, die sich bezüglich des Themas oder grundsätzlich unrein, schuldig, wertlos, beschmutzt u. Ä. fühlen. Diese Anteile gilt es zu finden und mit der Herzkraft zu transformieren. Am leichtesten gelingt es über konkrete Situationen und Projektionen (Personen, die diese Gefühle in uns antriggern) aus der Vergangenheit oder aus dem Jetzt.
Zugänge finden
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, und perfekt müssen sie nicht sein, das gibt es eh nicht, wirst du deine Zugänge aufspüren müssen. Meistens werden sie sich von alleine zeigen. Vielleicht merkst du, dass ein bestimmter Mensch oder sein Geruch Ekel in dir auslöst. Das wird ein guter Zugang sein, um in einer Heilarbeit tiefer in dieses Ekelgefühl einzusteigen und alle Energien, mit denen du noch im Widerstand bist, aufzuspüren, in der aufzunehmen und zu bereinigen. Einen wundervollen Zugang bieten dir alle Situationen aus deiner Kindheit oder besonders aus deiner Teenagerzeit, wo das Sexuelle in dir erwacht ist, die das Thema berühren. Wie war dein erstes Mal? Gab es unangenehme oder missbräuchliche Berührungen, an die du dich noch erinnerst? Oder vielleicht Blicke oder Worte? Wurdest du mal bei der Selbstbefriedigung erwischt? Haben deine Eltern oder andere wichtige Menschen etwas zum Thema (nebenbei) gesagt oder war das einfach energetisch im Haus verankert? Wie hast du deine Eltern als Paar wahrgenommen? Vieles, was Scham, Schuld und das Gefühl von "schmutzig" transportiert, stammt aus dem religiösen Kontext. Auch wenn du nicht getauft wurdest und sonst nicht in der Kirche warst, ist der Einfluss des kirchlichen Feldes groß. Und so kann es trotzdem sein, dass ihre Dogmen in dich hineinwirken. Sei da unvoreingenommen und schau genau hin. Spüre auch alle Situationen auf, die etwas mit dem Gefühl "lüstern" zu tun haben. Transformiere dieses Gefühl, indem du das Lüsterne in deinem Tempo in dir aufnimmst und in die höheren Chakren und zur Erde hin schickst.
Willkommen im Tempel
Kommst du mit der Arbeit gut voran, wirst du die Sexualität (zuerst mit dir alleine und / oder im geschützten 2-er oder Gruppen-Heilkontext, dann mit anderen) in einer ganz neuen sinnlich-spirituellen Form erleben. So als würdest du einen Tempel betreten und ein Heiligtum berühren. Es ist wie sich selbst Reiki zu geben und es kommt die transformierte sexuelle Energie dazu. Flow und Intuition bestimmen den Prozess. Sinnlichkeit und Selbstliebe pur. Tappe nicht in die Falle, dass du das "Schmutzige" auf die anderen projizierst. Nach dem Motto: "Mit mir selbst fühlt es sich heilig an, aber wenn A oder B dazukommen, dann ist ihre Energie so grob oder so triebhaft oder was auch immer, dass mir übel wird." A oder B sind nur deine Spiegel und deine Übelkeit ist deine Übelkeit und zeigt dir deine Grenzen auf. Verfahre, wie oben beschrieben. Dann wirst du den Tempel auch mit A und B oder dann eben mit C betreten können. Für eine Frau kann der Weg sein, den Tempel zuerst mit einer anderen Frau zu betreten, (s. dazu "Vom Kinder(nicht)bekommen in die Ekstase: die Urweiblichkeit aktivieren") und das in ihrer Weiblichkeit zu verankern, bevor sie den nächsten Schritt geht, und auch das Männliche in den Tempel und dadurch noch weitere Themen zur Bearbeitung einlädt. Im Endeffekt ist die Frau die Priesterin und weiht andere, Frauen und Männer, in die Geheimnisse des Universums ein. Sie geht vor und leitet dann energetisch den Prozess. Es ist IHR Tempel. Sie überführt zuerst ihre Psyche und besonders ihre weibliche Seite aus dem patriarchalen in das matriarchale Grundmuster ("Wissenschaftlich" bedeutet es, dass die rechte Gehirnhälfte nun die Oberhand hat.). Später wird auch das Männliche in das matriarchale Grundmuster überführt ("Wissenschaftlich": Die linke Gehirnhälfte ordnet sich der rechten Gehirnhälfte unter, überlässt ihr die komplette Führung. Das bedeutet nicht, dass die analytischen Fähigkeiten keine Rolle mehr spielen, sie werden aber in das "Große Ganze" eingebunden.).
Nutze das Sternentor und nutze es weise!
Wenn das Sternentor* in dir bereits aktiv ist, du also eine gute Verbindung zur Energie der Sterne hast, kannst du sie gut nutzen, um den Prozess zu unterstützen. Verbinde dich mit der Energie der Sterne und leite sie, z. B. via Light Language, gesprochen, gezeichnet oder anders übertragen, in deinen ganz menschlichen Körper ein. Das wird den Prozess erheblich beschleunigen und auch leichter machen, auch wenn dir die ganz menschlichen Themen via Zugänge wie oben geschrieben dadurch nicht erspart bleiben. Hüte dich davor, die Sternenenergie zu aktivieren, sie aber nicht zur Bearbeitung des rein Menschlichen zu nutzen. Das wird sich rächen, denn das wäre dann nur Flucht! Wer die ägyptische Connection hat, nutzt diese (zusätzlich).
* Das Sternenportal ist häufig im Rücken, als dunkel-lila-schwarze Energie sichtbar. Wenn man dareinschlüpft, wird es lila-schwarz ganz dunkel oder mit Sternen. Einen Zugang bietet auch das spirituelle Herzportal (rosa Farbe), das ist der Weg zurück ins Matriarchat, kein Wunder, dass die Farben für die Kinder irgendwann gewechselt haben: Blau für Mädchen und Rosa-Rot-Pink für Jungs (die Farbe der Könige) war noch vor gut 100 Jahren Standard, jetzt ist es umgekehrt. Die Mädchen werden (energetisch-unbewusst) zurück in ihre matriarchale Kraft geführt, wenn sie bereit sind, sich darauf einzulassen und von den üblichen Zuschreibungen und Vorurteilen abzusehen.
Fragen an DICH (bitte in meditativer Haltung an sich stellen und aus der Tiefe die Antwort kommen lassen)
- Wie sieht dein sexuelles Leben aus? Welche Qualität hat die Berührung? Die Orgasmen?
- Wie stehst du zur Selbstbefriedigung? Empfindest du dabei Selbstliebe, wenn du dich berührst? Ist es so, als würdest du etwas Heiliges tun? Oder dient dir die Selbstbefriedigung zu reiner Spannungsabfuhr? Oder gibt es da noch ein mehr oder weniger latentes Schuldgefühl, z. B. noch aus der Kindheit oder Jugend?
- Was ist mit körperlichen Symptomen? Hast du irgendwelche Hautprobleme? Hautunreinheiten? Warzen? Oder andere Symptome im Bereich der Geschlechtsorgane, der Brust oder der Haut? Wie sieht es mit Blasenentzündungen aus? Vielleicht findest du andere versteckte Hinweise, die dir als Wegweiser zur Vereinigung des sexuellen und des herzlichen in dir dienen können?
- Ekelst du dich vor bestimmten Körperteilen? Körperflüssigkeiten? Vor bestimmten Menschen? Gehe dem nach!